Textbüro FoodArt

von Silke-Katinka Feltes

Gewürz aus 1001 Nacht: Ras el Hanout

Rosenduft liegt in der Luft. Es riecht nach orientalischem Bazar, nach 1000 und einer Nacht. Marokko lässt grüßen und mir läuft das Wasser im Munde zusammen. Ich habe ein neues Lieblingsgewürz, es hört auf den schönen Namen Ras el Hanout. Seitdem wir uns kennen, gibt es mindestens einmal in der Woche Reispilaw. Denn das Rosengewürz schreit geradezu nach Reis. Obwohl viele behaupten es ginge auch zu Couscous, Bulgur und Hirse.

In der nordafrikanischen Kochtradition ist Ras el Hanout der König der Gewürze. Eine komplexe Gewürzmischung, wie sie nur der Chef des Gewürzladens höchst persönlich herstellen kann. Und sein Geheimrezept wird selbstverständlich nicht verraten und uns zu einem besonders günstigen Preis verkauft. Der Chef mischt bis zu 25 verschiedene Gewürze und Aromen zusammen. Er verrät auch, dass der Gewürzhändler am Nachbarstand oft gemahlene Käfer hinzufügt.

rosengewürzDie Angebotspalette bei Ras el Hanout ist groß, jedes schmeckt ein wenig anders, oft sind nur wenige Zutaten drin und die wichtigen Rosenblätter und Veilchenwurzeln fehlen. Ich möchte Euch deshalb das Geheimnis meiner Quelle nicht vorenthalten: Man bekommt mein Lieblings-Rosengewürz von der Firma Heuschrecke in jedem größeren Bioladen. Garantiert ohne Käfer. Und dieses Ras el Hanout schmeckt aromatisch ausgewogen. Es besitzt eine feine Schärfe, wandert perfekt zwischen herzhaft und süß hin und her und betört mit einem feinem Blütenduft. Es besteht aus folgenden Zutaten: Rose (ca. 32%), Kubebenpfeffer, Kreuzkümmel, Paprika edelsüß, Veilchenwurzel, Langer Pfeffer, Nelke, Holunderbeere, Zwiebel, Meersalz, Senf, Zimt Ceylon und Lorbeer.

In Nordafrika wird die Mischung in ganzen Körnen verkauft und nach Bedarf frisch gemahlen.

Und es schmeckt fantastisch zu diesem (von mir leicht abgewandelten) Rezept von Bill Granger aus dem Buch “Basics, 100 Rezepte für jeden Tag” aus der Collection Rolf Heyne. Eine Besprechung meines neuesten Lieblingskochbuches folgt demnächst.

Pilaw mit Huhn und getrockneten Aprikosen

8 Hühnerschenkel kurz und kräftig von beiden Seiten anbraten. Aus der Pfanne nehmen.

Eine klein gehackte Zwiebel glasig schwitzen, zwei zerdrückte Knoblauchzehen und feinst gehackten Ingwer (ca. 5 cm je nach Geschmack) dazu geben.

Drei TL (oder mehr) Ras el Hanout hinzufügen und erhitzen, bis es zu duften beginnt.

Etwa 400 gr Basmatireis dazu geben und mit 750 ml Hühnerbrühe ablöschen.

Das Hühnerfleisch wieder in die Pfanne geben und 1 TL Honig, die abgeriebene Schale einer Orange, 1 EL Sherryessig sowie etwa 200 gr kleingeschnittene Trockenfrüchte (Aprikosen, Pflaumen, Datteln, Rosinen, Feigen) hinzufügen.

Etwa 40 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.

Zum Abschluss 100 gr gehackte Pistazienkerne und frisches Koriandergrün hinein rühren und evtl. mit Salz abschmecken.

Mit Naturjoghurt servieren. Ein Gedicht!

reispilawDie superschnelleinfach-Version zum Resteverwerten geht so:

Man nehme dazu übrig gebliebenen Basmatireis vom Vortag. Eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe fein hacken und in neutralem Öl anbraten, sie dürfen ruhig etwas bräunen. Ein paar Rosinen und Kardamomkapseln dazu werfen. Wer mag gibt fein gehackten, frischen Ingwer dazu. Jetzt den Reis in die Pfanne und schön durchbraten. Zum Schluß mit Salz und Ras el Hanout würzen.

Guten Appetit!

Hinterlasse eine Antwort

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.

Neues per Email

Email unten eintragen, abschicken und immer auf dem Laufenden sein.

More in Lecker Kochen (2 of 19 articles)
Das war alles im Paket